Diesmal nicht in Kassel

Dieses Mal gab es keinen Spaziergang im zauberhaft verschneiten Bergpark Kassels. Nein, am 30. Januar versammelten sich die Auslandschweizerräte (ASR) Deutschlands coronabedingt vor dem häuslichen Computer oder Laptop zu ihrer alljährlichen Arbeitssitzung.

Wichtigstes Traktandum war die Vorbereitung der Wahlen anlässlich der digitalen Jahreshauptversammlung am 8. Mai. Eine Reihe von Auslandschweizerräten Deutschlands will ihr Amt dieses Jahr aus beruflichen oder privaten Gründen niederlegen. Es sind dies Präsidentin Elisabeth Michel, Vizepräsident Max Hausammann, Reinhard Süess, Kerstin Kunath, Lisa Faller und Tim Guldimann. Vizepräsidentin Sonja Lengning, Albert Küng, Yvonne Diffenhard und Matthias von Ah wollen erneut kandidieren. Schriftführerin Kathrin Gut-Sembill und Kassiererin Ruth Diggelmann bleiben dem Rat erhalten. Damit ist für eine gewisse Kontinuität gesorgt.

„Zwanzig engagierte Kandidaten und Kandidatinnen haben sich zur Verfügung gestellt“, berichtete Präsidentin Elisabeth Michel. Möglich war dies dank einer Rundmail von Verena Mathis, ihres Zeichens Betriebsleiterin der Schweizerischen Botschaft in Berlin. Unter den Kandidaten sind auch Grenzgänger, deren Stimme in letzter Zeit im Rat gefehlt hat. Dass die wählenden Delegierten im Mai im Blick haben, auf eine ausgeglichene Geschlechterverteilung und eine ausgewogene regionale Streuung zu achten, bleibt wohl Wunschdenken des jetzigen Rates. Alle Kandidaten werden hier an dieser Stelle und in der zweiten Ausgabe der „Schweizer Revue“ vorgestellt und dürfen sich, wenn möglich, sich in einem zweiminütigen Video präsentieren.

„Die Schweizer Vereine müssen sich verstärkt mit neuen digitalen Medien anfreunden“, so Martin Abächerli. Das wäre eine Möglichkeit speditiver zu Arbeiten und vermehrt auch junges Publikum anzusprechen. Der Präsident des Schweizer Vereins Schleswig-Holstein war als Gast zur ASR-Runde hinzugekommen. Er stellte diverse Möglichkeiten vor: Seit Jahren gute Dienste leistet seinem Verein eine sichere Cloud, wo der Vorstand Dokumente, Bilder und Kalender hochladen kann. Dort kann man die Zugangsrechte definieren, d.h. bestimmen, ob – je nach Wunsch – alle Mitglieder Zugriff bekommen oder nur der Vorstand. Martin Abächerli stellte auch eine datenschutzkonforme Plattform für Webkonferenzen vor, an denen auch wenig internetaffine Menschen per Telefon teilnehmen können. Ausserdem äusserte er den Wunsch nach einer digitalen Landkarte Deutschlands, wo etwa Neuzuzüger aus der Schweiz schneller Zugriff auf den Schweizer Verein in ihrer Nähe haben.

Bleibt die Hoffnung, dass der ASR sich am 29. Januar 2022 zur Arbeitssitzung wieder in echt treffen kann. Reinhard Süess jedenfalls erklärte sich bereit, auch nach seinem Rücktritt wieder als Kasseler Gastgeber zu fungieren.

muz

Zurück