ASO goes digital

Es war eine Premiere. Die Auslandschweizer-Organisation (ASO) Deutschland führte ihre Jahresversammlung am 21. November 2020 online durch.

„Neue Herausforderungen erfordern neue Lösungen.“ Damit eröffnete Präsidentin Elisabeth Michel die erste Konferenz der ASO-Deutschland in digitaler Form. Die ursprünglich für Himmelfahrt in Düsseldorf geplante Tagung wurde der Pandemie wegen zunächst auf Ende Oktober verschoben. Aber die zweite Corona-Welle machte der Dachorganisation der Schweizer Vereine Deutschlands erneut einen Strich durch die Rechnung.

Bis zu fünfzig Teilnehmende folgten am Bildschirm den Diskussionen und Referaten der geladenen Gäste und der Mitglieder. 24 stimm- und wahlberechtigte Schweizer Vereine hatten ihre Delegierten an den Bildschirm entsandt.

Botschafter Johannes Matyassy berichtete vom „Covid19-Härtetest“ seiner konsularischen Direktion im EDA. Im März dieses Jahres gab es eine richtige Explosion von Hilfegesuchen. Die Grenzen dicht und die Flüge gestrichen. Mit der historisch beispiellosen Rückholaktion #flyinghome holte das Krisenmanagement des EDA in Zusammenarbeit mit den Schweizer Vertretungen gut 7300 Reisende aus fernen Kontinenten nach Hause zurück. Man hatte sich dafür entschieden – falls noch Platz in der Maschine vorhanden – auch Passagiere benachbarter Staaten mitzunehmen. Das hatte zur Folge, dass benachbarte Staaten auch Schweizer Reisende zurückbringen liessen.

Schweizer und Schweizerinnen in entfernteren Ländern klagen oft darüber, dass sie die Wahlunterlagen zu spät erhalten und sie dadurch nicht an Wahlen und Abstimmungen in der Schweiz teilhaben können. Jetzt wird im EDA ein neues Verfahren geprüft: Die Unterlagen könnten via Diplomatenkuriere in die jeweiligen Länder gebracht werden, um sie dort von lokalen Postdiensten weiter verbreiten zu lassen.

Aus Berlin schaltete sich der Gesandte Dieter Cavalleri von der Schweizerischen Botschaft zu und überbrachte Grüsse des Schweizer Botschafters Paul Seger. Wichtigstes Thema auf seiner Agenda 2021 ist INSTA, das Institutionelle Rahmenabkommen mit der EU.

Der Auslandschweizerrat (ASR), repräsentiere bloss drei Prozent der Schweizer und Schweizerinnen, die im Ausland leben, mahnte Remo Gysin, Präsident ASO, an. Denn die Räte werden in der Regel von den Schweizer Vereinigungen im Ausland gewählt. Damit aber das Parlament der fünften Schweiz in der Schweiz eine höhere Anerkennung gewinne, sei auf längere Sicht eine digitale Direktwahl wünschenswert.

Mit „Wer soll das bezahlen?“, konterte die Präsidentin der ASO-Deutschland Elisabeth Michel lakonisch. Sie befürwortete aber die Stossrichtung. Der ASR Deutschlands hatte deshalb in Zusammenarbeit mit Honorarkonsul Gerhard Lochmann eine Satzungsänderung vorbereitet, die sowohl den Kreis der wählbaren Schweizerinnen und Schweizer als auch den Kreis der wahlberechtigten Landsleute in Deutschland erweitern soll, um den Auslandschweizerrat repräsentativer zu machen.

Die teilnehmenden Stimmberechtigten befürworteten mehrheitlich eine Erweiterung des Kandidatenfeldes. Direktmitglieder der ASO-Deutschland und Mitglieder der assoziierten Vereine, wie die deutsch-schweizerischen Wirtschaftsclubs, erhalten neu das aktive und passive Wahlrecht. Über Sachfragen bestimmen aber wie bisher nur die der ASO-Deutschland angeschlossenen Schweizer Vereine.

Die bisher kooptierten Mitglieder des deutschen ASR wurden durch Wahlen bestätigt: Elisabeth Michel als Präsidentin, Sonja Lengning als Vizepräsidentin und Albert James Küng als Auslandschweizerrat.

Die Konferenz verlief dank der ausgezeichneten Vorbereitung der Vize Max Hausammann und Sonja Lengning sowie unter der Moderation und technischen Leitung von Albert Küng völlig pannenfrei. Es ist aber sehr zu hoffen, dass künftig diese Tagungen wieder realiter stattfinden können. Leben doch diese Zusammenkünfte immer auch vom Erfahrungs- und Ideenaustausch in persönlichen Gesprächen bei einem gemütlichen Essen.

Bild und Text: Monika Uwer-Zürcher

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